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Altersvorsorge für Studierende: Wann lohnt sie sich wirklich?

Machen wir uns nichts vor: Die Zukunft der gesetzlichen Rente ist ungewiss. Derzeit wird der Einstieg ab 70 diskutiert. Ob und wie viel Rente jeder später noch bezieht, ist nicht absehbar. Aus diesem und weiteren Gründen ist eine zusätzliche, private Altersvorsorge sinnvoll. Warum sie sich auch für Studenten lohnt, zeigt der folgende Beitrag.

Den meisten Studenten sind Themen wie die demografische Entwicklung der Gesellschaft und die schwierige Erfüllbarkeit der Generationenverträge überaus bewusst – dass von diesen Dingen auch die Höhe der gesetzlichen Rente abhängig ist, sowieso. Nun ist es aber nun mal so, dass die allerwenigsten Studierenden über ein hohes Einkommen verfügen. Die meisten leben vielmehr von BAföG, Unterstützung der Eltern und/oder Nebenjobs. Dieses eher geringe Budget lässt wenig Spielraum für eine private Altersvorsorge für Studierende. Warum sie dennoch sinnvoll ist und welche Angebote es gibt, soll im Folgenden geklärt werden.

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©luxstorm/pixabay.com

Warum lohnt sich die private Altersvorsorge für Studierende schon frühzeitig?

Haben Studenten doch mal etwas Geld übrig, werden zunächst näherliegende Risiken abgesichert, z.B. das Auto oder die eigene Einrichtung. Der Ruhestand ist dagegen weit entfernt. Dabei lohnt es sich, schon frühzeitig über eine private Altersvorsorge nachzudenken, denn beim Vorsorgekonzept gilt: Geld, das früh eingezahlt wird, vermehrt sich bis zur Rente auch stärker.
Zudem ist die gesetzliche Altersabsicherung oft nicht ausreichend, denn die Altersrente wiegt nicht das volle Einkommen bei Austritt aus dem Berufsleben auf. Die sog. Rentenlücke hinterlässt gerade bei geringen, aber auch bei mittleren Gehältern ein Haushaltsloch, das nicht selten zu Altersarmut führt. Vor allem diejenigen, die über viele Semester hinweg studieren und somit längere Verdienstausfälle zu verzeichnen haben, sind gefährdet.

Was es bei der privaten Altersvorsorge für Studierende zu beachten gibt

Um wirklich einen Nutzen zu generieren, sollte der Rentenplan gut durchdacht sein. Wird Geld in eine private Altersvorsorge eingezahlt, ist es alles andere als sinnvoll, wenn dafür das Girokonto oder Sperrkonto ständig im Minus ist und mit hohen Dispozinsen belastet wird.

Besonders für die private Altersvorsorge für Studierende ist deshalb eine flexible Anpassung der Beiträge wichtig. Versicherungsnehmer müssen in der Lage sein, in Phasen mit Einkommensdefiziten die Ausgaben für die Altersvorsorge zurückzufahren. Genauso sollte sich der Beitrag dann wieder ohne Probleme raufsetzen lassen, wenn sich der Haushalt stabilisiert hat. Idealerweise lässt sich die Versicherungspolice von Studenten online verwalten, beispielweise mittels Finanz-App. Auf die Art haben Versicherte jederzeit Zugriff auf ihre Daten, die sie übersichtlich dargestellt abrufen und anpassen können.

Klar ist auch, dass Studenten erst existenzielle Risiken abdecken sollten, ehe sie sich mit der privaten Altersvorsorge befassen. Gemeint sind damit eine Krankenversicherung, private Haftpflicht- sowie nach Möglichkeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Letztere ist gerade dann besonders günstig, wenn man sie in jungen Jahren und noch ohne gesundheitliche Beschwerden abschließt.

Gegenüber einer Lebensversicherung – die nach wie vor zu den beliebtesten Vorsorgeinstrumenten zählt – ist eine private Altersvorsorge für Studenten hingegen vorzuziehen. Lebensversicherungspolicen leiden an den niedrigen Zinssätzen und gelten als unflexibel, was ohne geregeltes Einkommen ein hoher Risikofaktor sein kann.

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Vor- und Nachteile einer privaten Altersvorsorge für Studierende

So ziemlich alles im Leben ist im Grunde eine Medaille mit zwei Seiten – da bildet auch die private Altersvorsorge keine Ausnahme. Ihre wichtigsten Vor- und Nachteile haben wir deshalb einmal übersichtlich aufgelistet.

Vorteile der privaten Altersvorsorge für Studierende

  • Die private Altersvorsorge stellt eine lebenslange, zusätzliche Rente dar. Das Stichwort lautet hierbei „lebenslang“. Bei der gesetzlichen Rente besteht ein sog. Langlebigkeitsrisiko. Hinter diesem makaber anmutenden Begriff verbirgt sich der Umstand, dass Senioren möglicherweise sehr alt werden und die gesetzliche Rente für den gesamten Zeitraum nicht ausreicht. Bei der privaten Altersvorsorge ist dieses Risiko vom Versicherer einkalkuliert und wird von ihm übernommen.
  • Zudem basiert eine private Altersvorsorge auf garantierten Leistungen. Schon bei Vertragseintritt lässt sich sehen, mit welchen Rentenzahlungen die Versicherungsnehmer rechnen können, sofern sie ihren Vertrag zu den bestehenden Konditionen erfüllen. Beitragserhöhungen wirken sich entsprechend positiv auf die garantierten Leistungen aus, Freistellungen senken den Betrag. Vertragstreue Kunden können von Überschussbeteiligungen der Versicherer profitieren. Die private Rente erhöht sich somit jedes Jahr.
  • Im Todesfall können Hinterbliebene Dank der Rentengarantiezeit von der privaten Altersvorsorge profitieren. Hat der Versicherungsnehmer diesen Zeitraum vereinbart, erhalten Ehepartner und/oder Kinder die Leistungen aus der privaten Rente.
  • Anders als bei der gesetzlichen Rente haben Versicherte die Wahl. Das gilt nicht nur für den Anbieter oder die Höhe der Beiträge, sondern auch um die Art der Auszahlung. Es ist möglich, das volle Kapital der Rente bei Eintritt in den Ruhestand „auf einen Schlag“ auszuzahlen.
  • Aus der privaten Altersvorsorge resultieren auch steuerliche Vorteile. Die Beiträge zur privaten Rentenversicherung sind steuerlich nicht absetzbar. Es werden jedoch nur Auszahlbeträge besteuert, die auf Zinsen und Zinseszinsen beruhen. Somit ist der Anteil des zu versteuernden Einkommens gering.

Nachteile der privaten Altersvorsorge für Studierende

  • Kritiker der privaten Altersvorsorge verweisen vor allem auf ihre geringe Rendite. Niedrige Zinssätze und Inflation machen sie zu einem Verlustgeschäft. Im Grunde müssen diejenigen, die vorsorglich sparen wollen, mehr Investieren um die Rentenlücke zu schließen. Durch Fondgebundene Verträge lassen sich aber auch höhere Renditen erzielen.
  • Studenten, die eine private Altersversorge abschließen, sollten zudem bedenken, dass auch Vertriebs- und Abschlusskosten auf die Beiträge aufgeschlagen werden. Aus diesem Grund erzielen vor allem diejenigen einen hohen Verlust, die vorzeitig vom Vertrag zurücktreten.
  • Einer der Nachteile der privaten Altersvorsorge ergibt sich erst beim denkbar schlimmsten Szenario: Wer schon kurz nach Rentenbeginn verstirbt und keine Rentengarantiezeit vereinbart, verliert. In dem Fall verbleiben die eingezahlten Beträge beim Versicherer.
  • Besonders Frauen gelten bei der privaten Altersvorsorge als benachteiligt. Da ihre durchschnittliche Lebenserwartung höher liegt als die der Männer, werden ihre Renten entsprechend niedriger angesetzt.

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Angebote zur privaten Altersvorsorge für Studierende

An anderer Stelle hatten wir schon einmal die wichtigsten Kriterien bei der privaten Altersvorsorge für Studierende hervorgehoben. Im folgenden Teil stellen wir nun ein paar konkrete Angebote für die private Altersvorsorge von Studierenden vor.

MyPension Altersvorsorge – alles online verwalten

Auch die Altersvorsorge von MyPension basiert bei Vertragseintritt auf Indexfonds (EFTs). Diese sind weltweit gestreut, was nach Angaben des Anbieters eine optimale Rendite-Entwicklung gewährleisten soll. Die mögliche Renditeerwartung gibt MyPension mit 6% an. 10 Jahre vor dem gewählten Renteneintritt wird das Kapital sukzessive in Anleihen von Unternehmen oder Staaten umgeschichtet. Diese besitzen keine allzu hohe Wertentwicklung, gelten aber als stabil. So droht kein Renditeverlust unmittelbar vor der Rente. Für den Todesfall lassen sich 10 Jahre Rentengarantiezeit oder eine Restkapitalabfindung vereinbaren. Anders als bei Fairr.de muss ein monatlicher Mindestsparbetrag von 25€ entrichtet werden – über einen längeren Zeitraum freistellen lässt sich die private Altersvorsorge daher nicht. Einmalbeträge können aber vorgezogen bzw. aufgeschoben werden. Zudem können Anleger jederzeit etwas vom Sparguthaben entnehmen.

Zum Angebot

Rechenbeispiel

Wer im Alter von 25 Jahren 100€ in die Altersvorsorge von MyPension einzahlt, hat bei Renteneintritt (Alter 67) 50.400€ eingezahlt. Bei 6% Rendite liegt das erwartete Vermögen dann bei 174.158€, was einer monatlichen Rente von 503€ entspricht.

Auch das Frankfurter Startup MyPension hat seine Altersvorsorge komplett digitalisiert. Über die Online-Plattform behält der Kunde seine Police jederzeit im Blick und kann diese verwalten. Die kostenlose Kündigung ist ebenso möglich.

Fairr.de – Sutor Fairriester 2.0 – alles online verwalten

Die Sutor Fairriester 2.0 ist eine fondbasierte Altersvorsorge, deren Investment-Fonds nach dem Lebenszyklusprinzip funktionieren. Sie bietet gegenüber anderen Altersvorsorge-Produkten ein ausgewogenes Verhältnis aus sicherheits- und chancenorientierten Anlagen. Der Mindestbeitrag beträgt 0 Euro, somit kann die Beitragszahlung über einen gewissen Zeitraum auch komplett freigestellt werden. Im Todesfall erfolgt die Versorgung der Hinterbliebenen auf Basis einer 10-Jährigen Rentengarantiezeit.

Zum Angebot

Rechenbeispiel

Werden monatlich 85€ über eine Dauer von 40 Jahren angespart, besteht ein garantiertes Kapital von 47.625,00€. Dieses kann einmalig oder in monatlichen Beträgen in Höhe von 129€ ausgezahlt werden.

Mit Hilfe des Renten-Cockpits bietet Fairr.de seinen Kunden die Möglichkeit, ihre Verträge online am PC oder über eine Smartphone-App zu verwalten. Nutzer können ein Rentenziel definieren und festlegen, wie viel Geld sie im Alter zur Verfügung haben möchten. Den Angaben entsprechend gibt macht Anwendung Optimierungsvorschläge.

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